„Dreiklang“ in der Reihe MOTETTE

Wann: 02.09.2017, 18:00 Uhr
Wo: St. Johanniskirche
Johanniskirchhof
37073 Göttingen Ihre Anfahrt mit Google Maps
Bildquelle: Göttinger Kammerchor (be)
Beschreibung:

Max Reger: Choralfantasie „Ein feste Burg“ (op. 27, 1898)
Johannes Brahms: Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen (op. 74, Nr. 1, 1878)
Johann Sebastian Bach: Jesu meine Freude (BWV 227)

Wenn Max Reger „Ein‘ feste Burg ist unser Gott“ an der Orgel anstimmt, entsteht ein majestätisches Brausen! „Die Protestanten wissen nicht, was sie an ihrem Chorale haben“ hatte der Katholik Reger festgestellt und komponierte über das Reformationslied eine seiner groß angelegten Choralfantasien. Eine Verneigung vor Luther und der Reformation – allerdings in katholischer Distanz, wie die Zwischenspiele der Choralzeilen anzeigen.
Seine Biographen bezeichneten ihn als Freigeist. Johannes Brahms, kirchenfern wie er war, glaubte offenbar weder an die Erlösung durch Jesu Tod, noch an die Unsterblichkeit der Seele, und dennoch hat er Musik geschrieben, die zu den wichtigsten Werken des Protestantismus im 19. Jahrhundert zählen. Bei ihm ist es vor allem die Auseinandersetzung mit dem Tod („O Tod, wie bitter bist du“) und mit den schmerzlichen Fragen nach dem „Warum“, mit denen er die Menschen jenseits aller Konfessionen anspricht. Es geht um die Frage, ob der Mensch Trost finden kann z.B. angesichts des Todes geliebter Menschen. Und letztlich darum, wie er seinen eigenen Tod akzeptieren lernen kann. Den Trost in dieser Situation gibt Johannes Brahms nicht mit einem Bibelvers, sondern mit seiner Musik. Die Musik selbst ist die Botschaft, die trösten kann.
Welches ist unter den Bach-Motetten die „am deutlichsten evangelische Motette“? Bernd Eberhard sieht in dieser Position die Motette „Jesu, meine Freude“. Bach komponierte die Motette zwischen 1723 und 1735, vermutlich für eine Begräbnis- oder Gedächtnisfeier. Der Christ soll aus dem Geist Jesu heraus leben, sich von den weltlichen Dingen abkehren, dann weichen die Trauergeister und Jesus wird zum „Freudenmeister“ – wie hatte doch Luther gesagt: „Auf böse und traurige Gedanken gehören ein gutes, fröhliches Lied und freundliche Gespräche“. Für das Letztere bleibt nach der Motette noch Zeit – wir laden ein zu einer kleinen Nachfeier unter der Empore.

Informationen zu den Ausführenden:

Göttinger Kammerchor, Leitung und Orgel: Bernd Eberhardt

Eintrittspreis/Kosten: Freier Eintritt, am Ausgang wird um Spenden gebeten.