© Göttinger Stadtkantorei

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DVORAK: STABAT MATER

Der Vertonung des „Stabat Mater“, einem mittelalterlichen Gedicht, das die Leiden der Gottesmutter Maria in Anbetracht des Gekreuzigten beschreibt, hat Antonin Dvorak seine große Berühmtheit zu verdanken. Der gläubige Katholik Dvořák begann 1876 mit der Arbeit an einem groß angelegten „Stabat Mater“ (nach dem Gedichtanfang „Stabat mater dolorosa“, lateinisch für „Es stand die Mutter schmerzerfüllt“) und ließ das Werk zunächst unvollendet in einer Klavierfassung liegen.

Offensichtlich war es der schwere Schicksalsschlag des Ehepaares Dvorak, der eine intensive Fortführung der kompositorischen Arbeit an diesem Werk auslöste: Gleich drei seiner noch sehr jungen Kinder fanden innerhalb eines Jahres den Tod.
Durch die Vermittlung von Johannes Brahms erhielt Dvorak die Gelegenheit das „Stabat Mater“ beim deutschen Musikverlag Fritz Simrock in Bonn zu verlegen. Simrock erkannte schnell, mit welch genialem Komponisten er es hier zu tun hatte und befleißigte sich außerordentlich an einer herausragenden Notenausgabe. Er reiste eigens nach Prag um Dvorak die ersten Druckfahnen persönlich vorstellen zu können.
Vermutlich war dies auch ein Grund, warum die ersten Aufführungen (die Uraufführung war 1880 in Prag im Auftrag des „Musikkünstler-Verbandes“) außerordentlich gut gelangen und für Dvorak ein großer Erfolg waren. Sogar in England interessierte man sich für das neue Werk. Die renommierten Oratorien-Aufführungen der Royal Albert Hall in London führten das „Stabat Mater“ mit großem Erfolg auf (dort mit riesenhafter Besetzung von ca. 1000 Mitwirkenden). Eine Einladung zur persönlichen Leitung des Werkes folgte 1884 und markiert den Start seiner internationalen Karriere, die mit einer Einladung in die USA und dem Auftrag zur Komposition weiterer Werke verbunden war. Die Übernahme der Stelle als Direktor des National Conservatory of Music in New York stellt einen vorläufigen Höhepunkt in Dvoraks Laufbahn dar.

Das „Stabat Mater“ ist romantische Musik durch und durch. Die „Ernsthaftigkeit“ des Stoffes gibt dem Komponisten Gelegenheit zur Anwendung charaktervoller, aber stets klarer und schlichter Motive, die harmonisch ungemein reichhaltig durchgeführt werden. Auch dramaturgisch ist das Werk sehr abwechslungsreich gestaltet, sowohl in dynamischer als auch rhythmischer Hinsicht – dies ist in Anbetracht des eher gleichartigen Flusses der Textvorlage sehr erstaunlich und vermutlich auch ein Grund für die hohe Popularität des Werkes auch außerhalb des kirchlichen Rahmens.
An die Vokalstimmen sowohl des Chores als auch der Solisten stellt das Werk hohe Ansprüche. Frauen- und Männerchöre wechseln einander ab, begleitet einerseits wie auch unbegleitet andererseits (A Capella).

Bei der Göttinger Aufführung am Samstag, den 23. November, die aufgrund der Sanierung der St. Johanniskirche in der St. Jacobikirche stattfindet, treten junge Solisten auf. Mit Johanna Neß (Sopran) und Katarina Andersson (Alt) zwei junge aufstrebende Talente in Begleitung von Sebastian Köchig (Tenor) und Jürgen Orelly (Bass), die teilweise in Göttingen schon mehrfach für musikalischen Glanz sorgten.

Die Göttinger Stadtkantorei erhält orchestrale Unterstützung durch das Göttinger Symphonie Orchester, das inzwischen zweifacher Preisträger des „Echo-Klassik“ ist.

Event single img Bildquelle: Impression einer Stadtkantorei-Probe (Anton Säckl)

Informationen zu den Ausführenden

Johanna Neß (Sopran); Katarina Andersson (Alt); Sebastian Köchig (Tenor); Jürgen Orelly (Bass); Göttinger Stadtkantorei; Göttinger Symphonie Orchester
Bernd Eberhardt (Leitung)

Wann

Informationen zu Anmeldung / Kartenvorverkauf

4 Wochen vor dem Konzert bei allen reservix-Vorverkaufsstellen.

Eintrittspreis/Kosten

Karte zu 7,- bis 34,- EUR unter dem Menüpunkt "Tickets" oder bei allen bekannten Vorverkaufsstellen.